René Karl

Einrad-Downhill: auf der Suche nach dem ultimativen Gefühl

René Karl ist leidenschaftlich gern draußen. Der 28-Jährige aus Erfurt ist fasziniert von Wäldern und Bergen, ihre Schönheit macht ihn immer wieder sprachlos und es zieht ihn einfach von jeher in die Natur. Réne Karl war ursprünglich Boulderer, das heißt, er liebt das Klettern ohne Sicherungsgurt. Vor einigen Jahren wollte er eigentlich nur auf eine neue Art seine Beinarbeit fürs Klettern stärken. Dabei verliebte er sich Hals über Kopf ins Einradfahren – und in die Frau, die ihm damals ihr Einrad zum Üben lieh. Nächtelang trainierte er nach der Spätschicht seinen Gleichgewichtssinn. Seitdem er die Balance gefunden hat, fährt er am liebsten Einrad-Downhill im Wald, denn hier im Grünen kann er sich am besten konzentrieren und gleichzeitig den Kopf freibekommen:

„Wenn ich Sprünge mache, dann fühlen sich die Sekunden in der Luft an, als würde die Zeit angehalten. Es gibt nichts anderes, was mir noch so ein gutes Gefühl gibt.“

Dabei ist René Karl keineswegs waghalsig. Unterwegs trägt er einen Helm, Gelenkschützer sowie einen Rücken- und Gesäßprotektor. Zudem hat er immer ein kleines Erste-Hilfe-Kit, Werkzeug, sein Handy und viel Wasser dabei. Und selbstverständlich hat er gegen Zecken vorgesorgt, denn die kleinen Spinnentiere können beim Blutsaugen gefährliche Krankheitserreger übertragen, darunter das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Virus. Im Wald kommt man schneller mit Zecken in Kontakt, als angenommen.

René Karl teilt als Einradlehrer seine Erfahrung gern mit anderen:
„Mittlerweile hat fast jeder in der Gegend zwischen acht und 14 Jahren mal auf einem unserer Einräder gesessen. Darauf bin ich schon ziemlich stolz“,
sagt der gelernte Mechatroniker. Besonders sozial benachteiligte Kids möchte René Karl unterstützen, denn Einradfahren gibt einem Selbstwertgefühl. Deshalb engagiert sich René Karl voller Enthusiasmus für den Sport, organisiert Treffen für fortgeschrittene Einradfahrer, nimmt an Veranstaltungen teil und fährt selbst leidenschaftlich gern Downhill.

 

Einradfahrer sind keine Clowns

Das Einradfahren ist eine unterschätzte Sportart, die viele Menschen oft mit Zirkus und Clownerie in Verbindung bringen.

Dabei erfordert die Fortbewegung auf nur einem Rad Mut, Geschicklichkeit und Kondition.
Es gibt verschiedene Disziplinen als Einzel- oder Mannschaftssportart, von Marathon bis Hockey: Beim Trial beispielsweise müssen mit dem Rad verschiedene Hindernisse überwunden werden. Das sogenannte MUNI steht für Mountain-Unicycling, also Downhill auf dem Einrad. Auch Crosscountry-Strecken können mit dem Einrad bewältigt werden, in der Kategorie Uphill fahren die Sportler mit dem Einrad bergauf. Freestyler zeigen perfektionierte und elegante Choreografien zu Musik.

Es gibt Deutsche Meisterschaften im Einradfahren und alle zwei Jahre auch eine Weltmeisterschaft.
 

Was den Durchmesser des Einrads angeht, so gibt es verschiedene Größen von 12 Zoll bis 36 Zoll.
Und: Einradfahren lernen kann fast jeder. Für Kinder ist der Sport ab vier Jahren geeignet, vor allem wegen einer gewissen Mindestkörpergröße.
 

 

Aber auch Erwachsene können jederzeit einsteigen: „Auch mit 60 kann man noch Einradfahren lernen“, sagt René Karl.
Er muss es wissen, er ist schließlich Einradlehrer: „Rein physisch betrachtet, sind wir gut für das Einradfahren gerüstet. Bei den meisten Menschen ist der Kopf das Problem. Sie glauben, dieser Sport sei etwas für Akrobaten. Das ist aber nicht so. Man muss nur die Angst in gesunden Respekt umwandeln, dann klappt es auch.“

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