Elke Schwarzer

„Die Wandelbarkeit der Natur finde ich faszinierend“

Für Menschen, die leidenschaftlich gerne draußen in der Natur unterwegs sind, so wie die Gärtnerin Elke Schwarzer, ist das Thema Zeckenvorsorge besonders wichtig. Denn Zecken können bis zu 50 verschiedene Krankheitserreger übertragen, unter anderem auch Frühsommer-Meningoenzephalitis- (FSME-)Viren, die die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen angreifen. Da die FSME-Viren direkt im Speichel der Zecke sitzen, werden sie bei einem Stich sofort übertragen. Vorsorge ist daher das A und O, egal ob beim Gärtnern, Klettern oder Wandern.

Normalerweise sind Software-Entwickler ja eher als „Stubenhocker“ bekannt. Sie dagegen sind gleichzeitig Gärtnerin und Garten-Bloggerin. Passt das gut zusammen?
Das passt unheimlich gut zusammen! Eigentlich habe ich ja Biologie studiert und schon während des Studiums war mein Balkon immer grün. Mittlerweile habe ich mir meinen Traum vom eigenen Garten erfüllt. Ich finde, das „entstresst“ vom Büroalltag und ersetzt gleichzeitig das Fitnessstudio. Außerdem steigert es die Geduld, wenn eine Pflanze mal etwas länger braucht, um einzuwachsen, oder mal ein Jahr nicht blüht. In meiner Freizeit bin ich sehr gerne und viel draußen in der Natur unterwegs und fotografiere Pflanzen und Insekten für meinen Blog. Das Kreative macht mir Spaß, und als „Botanischer-Garten-Junkie“ finde ich sogar bei einer Städtereise immer die grünste, lebendigste Ecke. Auch das Wechselhafte finde ich großartig: Im Frühjahr trifft man „alte Bekannte“ wieder, die die fruchtbare Jahreszeit einläuten, und hofft darauf, dass sich bald weitere Pflanzen anschließen, im Sommer dagegen droht der Garten alles zu verschlingen und man ist nur am Nachschneiden. Diese Wandelbarkeit ist einfach faszinierend.

Ihr Ziel war es ja, Ihren Garten besonders tierfreundlich zu gestalten. Welche Pflanzen nutzen Sie denn dafür am liebsten?
Ja, darüber schreibe ich in meinem Blog www.guenstiggaertnern.blogspot.de sehr gerne. Ich nutze zum Beispiel rosa Türkenmohn oder Storchschnäbel und vor allem heimische Stauden. Einmal im Jahr fahre ich deshalb auch gerne auf den Staudenmarkt im Botanischen Garten in Berlin, um dort Raritäten zu ergattern. Selbst wenn ich dafür aus Ostwestfalen einen weiten Weg auf mich nehmen muss. Blumen, die man im Supermarkt kauft, sind in den meisten Fällen nur vermeintliche Schnäppchen. Heimische Pflanzen und Wildarten sind sowieso pflegeleichter. Leider zieht ein dicht bewachsener Staudengarten auch Schnecken und Zecken an. Nach dem Aufenthalt in meinem Garten suche ich mich deshalb jedes Mal nach Zecken ab. Wenn man diesen Herausforderungen allerdings gewachsen ist, steht einem wunderbaren naturbelassenen Garten nichts im Wege. Ich persönlich verbringe sehr gerne Zeit in meinem Garten und freue mich über die Schmetterlinge, Hummeln oder auch Glühwürmchen, die den Weg zu mir finden. Teilweise sitze ich stundenlang mit einem guten Buch oder meinem Notebook im Garten und genieße. Meine Highlights sind auch das jährlich selbstgemachte Bärlauch-Pesto aus Stauden aus meinem Garten oder die frischen Tomaten, die so viel besser schmecken als aus dem Supermarkt.

Um noch mal auf einem Klischee herumzureiten: Hobbygärtner sind meist weiblich, im Seniorenalter und gleichzeitig „Kräuterfrauen“. Stimmt das?
Das traf vielleicht teilweise zu, allerdings sinkt das Durchschnittsalter in Schrebergärten schon seit Jahren, und Trends wie „Urban Gardening“ setzen sich immer weiter durch. Dass es ein überwiegend weibliches Hobby ist, möchte ich auch keinesfalls unterschreiben. Im Förderverein für Freunde des Botanischen Gartens, in dem ich aktiv bin, sind die Teilnehmer bunt gemischt. Und Kräuterfrauen sind auch eher noch mal etwas anderes. Natürlich hat jeder Gärtner irgendein Kraut im Garten, ich zum Beispiel pflanze gerne Salbei oder Basilikum, aber zur Kräuterfrau macht mich das noch lange nicht. Dafür mag ich Blumen und Gemüse viel zu gerne!

Was gilt es denn für diejenigen zu beachten, die mit dem Gärtnern beginnen möchten?

Wie bereits erwähnt, lohnt es sich meist, nicht die günstigsten Blumen im Discounter oder Baumarkt zu kaufen, wenn man lange daran Freude haben möchte. Dasselbe gilt für Gartenwerkzeug. Es sollte leicht sein und gut in der Hand liegen. Außerdem gilt es, sich vor dem Pflanzenkauf über die benötigten Wachstumsbedingungen der Pflanzen zu informieren, die man setzen möchte. Für den Anfang empfehle ich einfache und robuste Pflanzen. Zuchtrosen sollten nur mit dem ADR-Gütesiegel gekauft werden. Wer sich früh einen Komposthaufen anlegt, kann seine Pflanzen auch gut düngen und es hilft, das Wasser besser im Boden zu halten. Ansonsten braucht man nicht viel, um zu beginnen. Eine Schaufel, eine Schere und Handschuhe gegen Verletzungen oder gegen fiese Pflanzen wie Brennnesseln. Mehr nicht.

Gummistiefel und Handschuhe helfen auch gegen Insekten- und Zeckenstiche. Gerade Zecken können beim Stechen Krankheitserreger übertragen, zum Beispiel FSME-Viren. Diese können zu einer Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems mit schweren gesundheitlichen Folgen führen. Deshalb bin ich persönlich gegen FSME geimpft. Dazu noch eine helle Hose, um die Tiere schnell zu entdecken, und hin und wieder sprühe ich mich auch mit Repellents ein, falls ich viel im Dickicht unterwegs bin. Bisher hatte ich Zeckenstiche fast nur im Garten, selten unterwegs, deshalb bin ich da besonders vorsichtig geworden.

 

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