Carsten Kurmis mit Surfboard

Ich nehme die Natur so, wie sie kommt

Carsten Kurmis ist seit über zwei Jahrzehnten begeisterter Wassersportler. Dabei ist er nicht nur im Wasser unterwegs, sondern genießt auch die Natur am Ufer und Drumherum. Zeckenvorsorge ist für ihn deshalb selbstverständlich. Denn Zecken können beim Blutsaugen gefährliche Krankheitserreger übertragen, allen voran Borrelien und FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-)Viren.

Was sind Ihre Leidenschaften?
Ich habe vor 25 Jahren im Winter das erste Mal versucht, auf dem Eisbach in München zu surfen. Ein Freund, der wusste, dass ich gern snowboarde und windsurfe, meinte, ich müsse das mal ausprobieren. Er hatte recht. Ich bin seither immer auf der Suche nach neuen Wellen und habe vor etwa zehn Jahren neben Riversurfing noch eine zweite Wassersportart angefangen: das Stand-up-Paddling (SUP).

Dann sind Sie ja sprichwörtlich mit allen Wassern gewaschen. Warum diese beiden Sportarten?
Das hat sich einfach ergeben. Und es ergänzt sich ganz wunderbar. Beim Flusswellenreiten (Riversurfing) hat man sehr wenig Gelegenheit, zu paddeln und seine Armmuskulatur zu trainieren. Das muss dann erst alles wieder aufgebaut werden, wenn man mal am Meer ist, wo man viel mehr Armkraft braucht. Beim SUP trainiert man die ganze Muskulatur, den Rücken, die Beine und auch die Arme. Außerdem ist es natürlich immer schön, an Wettkämpfen teilzunehmen. Da es in Deutschland nicht so viele Flusswellen gibt und SUP hingegen auf allen anderen Gewässern ausgeübt werden kann, gibt es da einfach mehr Möglichkeiten.

Wasser verträgt sich in vielen Köpfen nur mit Sommer. Wie sehen Sie das?
Wie gesagt: Ich bin im Winter das erste Mal Flusswellenreiten gewesen, da musste ich noch zwei Wetsuits übereinander anziehen. Heutzutage gibt es Neoprenanzüge, die auch bei Kälte sehr gut isolieren. Natürlich bin ich im Herbst oder Winter auch mal in wärmeren Gefilden zum Surfen. Allein schon, wenn ich als Coach Wave-Camps leite. Wasser ist zudem einfach ein tolles Element. Es sieht immer anders aus und stellt einen immer wieder vor neue Herausforderungen.

Welche denn?
Na ja. Wenn ich neue Wellen oder Gewässer ausprobiere, muss ich immer erst einmal die Gefahren ausloten. Wie tief ist das Wasser? Gibt es Steine, Unrat oder andere Dinge, die mir gefährlich werden können? Schürfwunden, Prellungen, Platzwunden oder auch Knochenbrüche mag schließlich niemand gern und Vorbereitung ist die beste Prävention. Aber auch auf dem Weg ans Wasser oder zurück ans Ufer muss man vorsichtig sein. Gerade in hohen Gräsern oder auch Wiesen am Wasser finden sich Mücken oder Zecken. Seitdem ich einmal nach dem Riversurfen eine Zecke beim Arzt entfernen lassen musste, sorge ich vor. Lange Kleidung trage ich im Sommer bei Wassersportarten zwar nicht, wenn ich aber zum Beispiel wandern gehe, achte ich darauf. Es gibt auch Repellents zum Einsprühen. Außerdem suche ich mich nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zecken ab und habe mich gegen FSME impfen lassen.

Welche Uferlandschaften gefallen Ihnen denn am besten?
Ich nehme die Natur so, wie sie kommt. Jede Uferlandschaft hat ihren Reiz. Ob Schilfrohr, Wälder oder schöne Wiesen, die Natur gibt mir ein Gefühl von Freiheit. Und auch der Perspektivwechsel, das Ufer vom Wasser aus zu sehen, gefällt mir. Gerade, wenn man auf dem SUP im Stehen über das Wasser gleitet, bekommt man andere Eindrücke als beim Schwimmen. Nach dem Surfen sitzen wir auch gern noch gemeinsam im Englischen Garten auf der Wiese und genießen die Natur. Das ist für mich sehr entspannend.

Immer auf der Suche nach der nächsten Welle

Riversurfen, zu Deutsch Flusswellenreiten, gibt es in München schon seit den 70er-Jahren. Damals wurden die Surfer noch mit einem Seil reingezogen, und das Ausüben des Sports auf dem Eisbach war nicht erlaubt: „Wir mussten surfen wie ein Chamäleon: mit einem Auge auf der Welle und einem auf den Polizisten“, erinnert sich Carsten Kurmis an die Anfänge. Vor allem aus Haftungsgründen. Der Eisbach gehörte damals nicht der Stadt München und der Eigentümer wollte nicht für eventuelle Unfälle der Sportler verantwortlich gemacht werden. Heute ist der Eisbach sehr beliebt: „Heute könnte man 24 Stunden lang durchsurfen“, sagt Kurmis.

Effektiv steht man beim Riversurfen nicht so lange auf dem Brett wie beim SUP, dem Stand-up-Paddling. Beim Riversurfen gibt es mehrere Disziplinen, die vor allem von der Länge des Bretts abhängen: Shortboard und Longboard. Beim SUP gibt es die Disziplinen Flachwasser, Wildwasser, Welle sowie das Technical Race auf verschiedenen Distanzen. Es gibt sowohl im Riversurfen als auch im SUP Wettbewerbe und Meisterschaften. Wer sich in diesen Sportarten ausprobieren möchte, braucht zunächst einmal eine Grundausrüstung. „Ich rate immer dazu, einen leichteren Spot zu suchen, andere Sportler zu beobachten und diese auch nach Tipps zu fragen. Die Locals kennen die Tücken am besten“, sagt Carsten Kurmis. Er persönlich bevorzugt die schnellen Disziplinen Sprint, Welle und Wildwasser – egal, auf welchem Brett.

 

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