Alexander Schulz auf der Slackline

„Eine Landschaft wie im Film und unter dir nur die Slackline“

Am Anfang Hobby und plötzlich Weltspitze. Als Alexander Schulz das Slacklinen für sich entdeckt, geht er noch zur Schule. Vier Jahre später ist er Profisportler und verbringt ein Drittel seiner Wachzeit draußen auf dem Gurt. Er spannt seine Highline gerne hoch oben in einer bergigen Landschaft, aber Hauptsache, Natur: „Ich liebe es, draußen zu sein. Sonnenlicht macht mich glücklich und gibt mir Energie, Wind und Wetter machen meinen Sport noch anspruchsvoller. Und wenn dann noch die Vögel singen, ist der Tag perfekt“, sagt Alexander Schulz.

Kein Wunder, dass seine Lieblingsjahreszeit der Frühling ist. Zwar ist er auch den Rest des Jahres in der Natur – er hat in den vergangenen Jahren nur fünf- oder sechsmal in der Halle trainiert –, aber im Frühling lebt er auf. Doch nicht nur Menschen werden wieder aktiver, sobald es wärmer wird. Auch Zecken erwachen dann aus ihrer Winterstarre und machen sich auf die Suche nach Nahrung. Mit ihrem Stich können sie gefährliche Krankheitserreger übertragen, unter anderem das FSME-Virus, das eine Frühsommer-Meningoenzephalitis auslösen und so zu einer Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems führen kann. Dass Zecken nicht ungefährlich sein können, weiß auch Alexander Schulz. Immer, wenn er draußen unterwegs ist, sucht er sich gründlich nach Zecken ab. Auch Repellents helfen ihm, Zeckenstiche zu vermeiden. Außerdem hat er gegen FSME vorgesorgt und sich dagegen impfen lassen – die Impfung kann zusätzlich dazu beitragen, das Risiko einer FSME-Virusinfektion nach einem Zeckenstich zu verringern.

Als Profisportler hat Alexander Schulz mittlerweile viele schöne Landschaften gesehen – in Deutschland und eigentlich überall. Etwa einmal im Monat fliegt er für Projekte oder Wettkämpfe durch die Welt. Besonders beeindruckt hat ihn das Klettermekka im chinesischen Yangshuo, wo Felsentürme in einer flachen Ebene stehen. „Eine Landschaft wie im Film und unter dir nur die Slackline. Und dann hab ich auch noch den damaligen Weltrekord aufgestellt mit meiner Highline in 100 Meter Höhe und mit 375 Meter Länge“, erzählt er. Wenn Alexander Schulz auf der Slackline steht, dann verlangsamt sich seine Welt. Er ist dann hochkonzentriert, alle Muskeln sind gespannt und alles wirkt intensiver. „Als Slackliner musst du mit dir selbst klarkommen, einen eisernen Willen entwickeln und die Konzentration auch über lange Strecken hochhalten können“, sagt er. Zum Slacklinen braucht Alexander Schulz seine Ausrüstung: eine Slackline, Bandfixierer, auch Bananen genannt, denn die Slackline kann nicht geknotet werden, einen Cobra-Flaschenzug zum Spannen der Slackline, Rundschlingen, Filz oder Teppich zum Schutz der Rinde, einen Klettergurt und ein Sicherungsseil. Das Ganze in doppelter Ausführung, damit immer ein vollständiges Ersatzset vorhanden ist. Außerdem hat Alexander Schulz immer sein Handy zum Musikhören dabei.

Und nicht nur sportlich dreht sich bei Alexander Schulz alles um die Slackline. Nebenher hat er mit Freunden seine eigene Firma One Inch Dreams gegründet, um Projekte rund um das Slacklinen aufzubauen und auch um seinen eigenen Flaschenzug zum Spannen längerer Slacklines zu vermarkten. Eine Slackline ist übrigens einen Inch breit, das sind 2,54 Zentimeter.

Zieh Leine – Slacklinen stärkt die Willenskraft

Sobald es draußen warm genug ist, um barfuß zu laufen, beginnt die Hochsaison für Slackliner. In Parks oder auf kleinen Grünflächen spannen sie dann ihre Gurte und balancieren oder trainieren Tricks. Slacklinen ist eine beliebte Sportart, die sich in den 1980er-Jahren in der Kletterszene in den USA entwickelte. Mittlerweile ist es auch in Deutschland eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Dabei wird eine Slackline mittels Ratsche oder Flaschenzug (je nach Länge) zwischen zwei Befestigungspunkten gespannt, um sie dann zu überqueren. Slackline bedeutet so viel wie „schlaffes Seil“, eine Slackline ist aber eigentlich eher ein breiteres Band oder ein Gurt. Der Gurt schwankt unter dem Gewicht des Slackliners, wenn dieser darauf läuft – das ist eine hohe Anforderung an Konzentration, Gleichgewicht und Willenskraft. „Man fällt am Anfang sehr oft runter. Deshalb braucht es Ehrgeiz und Motivation, um es immer und immer wieder zu probieren. Wer sich kleine Ziele setzt, hat auch schneller ein Erfolgserlebnis. Erst mal auf der Line stehen lernen, dann einen kleinen Schritt machen und langsam den nächsten üben. Und atmen nicht vergessen“, empfiehlt Alexander Schulz.

Angefangen hat er auf der Lowline, einer flach über dem Boden gespannten Slackline. Die Lowline ist die Einsteigerdisziplin. Daneben gibt es auch noch die Longline, die ebenfalls in Bodennähe verläuft, aber über 50 Meter Länge oder mehr. Die Highline verlegt das Slacklinen in die Höhe. Hier gilt: je höher, desto besser. Diese Disziplin ist auch Alexander Schulz’ bevorzugte: „Die Höhe macht das Ganze noch viel intensiver und natürlich wird man mit einer tollen Aussicht belohnt. Aber man braucht auch sehr viel Erfahrung und Wissen, um es sicher betreiben zu können.“ Bei der sogenannten Waterline wird der Gurt über Wasser gespannt. Das erhöht den Schwierigkeitsgrad, weil Wasser keinen Fixpunkt bietet, sondern sich bewegt und spiegelt. Damit hat das Auge nur wenige Anhaltspunkte und der Gleichgewichtssinn wird noch mehr gefordert. Für Sprünge, Drehungen und andere Kunststücke wird eine Trickline verwendet, eine Slackline, die circa hüfthoch verläuft und bis zu 20 Meter lang ist. Slackliner messen sich zwar in Wettbewerben und es gibt auch Weltmeisterschaften, „das Wichtigste ist aber: drüber kommen und Spaß haben“, sagt Schulz. Und eine weitere wichtige Sache gibt es noch: Naturbewusste Slackliner benutzen für das Spannen ihrer Gurte Rindenschutz, um an den Stämmen keinen Schaden anzurichten.

Mehr Informationen gibt es unter www.oneinchdreams.com

 

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