Familie Bürger/Döschner - Angeln

„Angeln ist für uns mehr, als die Angel auszuwerfen und zu warten, bis etwas anbeißt.“

Wenn sich Familie Bürger/Döschner zum Angeln aufmacht, geht es um mehr als das Fangen von Fischen. Gemeinsam genießen das Ehepaar Antje und Jens Döschner mit Antjes Eltern Rosi und Marian Bürger die Zeit im Grünen. Die Nürnberger sind äußerst naturverbunden und genießen es, nach draußen zu kommen. Kontakt zu Zecken ist dabei Alltag geworden. Dass die Begegnungen mit den Spinnentieren nicht immer glimpflich ausgehen, mussten die vier bereits erfahren: Marian Bürger erkrankte nach einem Zeckenstich an Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Für die Familien Bürger und Döschner war das Erlebnis Anlass, sich intensiv mit Zeckenvorsorge zu beschäftigen.

Frau Bürger, Sie angeln seit Ihrer Kindheit. Können Sie uns mehr über Ihre Leidenschaft erzählen?
Angefangen hat alles damit, dass ich als Kind mit meinem Vater im Teich hinter dem Haus die ersten Fische gefangen habe. Das fand ich toll, also habe ich als Jugendliche einen Angelschein gemacht. Auch meinen Mann und meine Tochter konnte ich dafür begeistern. Später folgte dann mein Schwiegersohn, der ebenfalls einen Angelschein gemacht hat. Für das Angeln sind hauptsächlich Jens und ich zuständig. Mein Mann und Antje kümmern sich um die Zubereitung. Denn das gemeinsame Essen der Fische gehört für uns ebenso zum Angelerlebnis.

Frau Döschner, was lieben Sie am Angeln?
Ganz eindeutig die Zeit in der Natur! Gerade für mich, mit einem Bürojob als Filialleiterin einer Bank, ist es immer eine große Freude, nach draußen zu kommen. Ich bevorzuge das Angeln an Flüssen gegenüber dem an stehenden Gewässern. Denn hier ist immer etwas los: Es gibt viele Tiere, die sich am und auf dem Wasser aufhalten. Wir freuen uns über alles – von der Entenfamilie, über die vorbeiwandernde Bisamratte bis zum Ruf einer Nachtigall beim Nachtangeln. Wir sitzen am Ufer und beobachten, was sich in unserem Umfeld alles tut.

Frau Bürger, Sie verbringen viel Zeit in der Natur. Da sind Begegnungen mit Zecken bestimmt nicht ausgeschlossen, oder?
Das stimmt, wir mussten schon unzählige Zecken an uns entfernen. Leider sind diese Begegnungen nicht immer gut ausgegangen. Vor ein paar Jahren ist mein Mann schwer krank geworden. Er hatte hohes Fieber und war wie weggetreten. Erst nach einer Woche wurde Marian im Krankenhaus behandelt. Mit einer Lumbalpunktion hat man erkannt, dass er sich durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus infiziert hatte. Das war der Auftakt einer langen Leidenszeit. Auch nach dem Krankenhausaufenthalt war er nicht vollkommen geheilt. Erst Schritt für Schritt ging es ihm langsam besser. Teilweise war es sogar so schlimm, dass wir dachten, dass er für den Rest seines Lebens auf einen Rollstuhl angewiesen sein könnte. Dieser Fall ist Gott sei Dank nicht eingetreten.

Frau Döschner, was hat sich durch die Erkrankung Ihres Vaters für Sie geändert?
Zum einen hat die Erkrankung meines Vaters dazu geführt, dass wir nun gegen FSME geimpft sind. Wir sind durch das Erlebnis sehr vorsichtig geworden, was Zecken angeht. Wir achten mit großer Sorgfalt darauf, dass unser Impfschutz aktuell ist, und gehen, sobald es Zeit wird, zur Auffrischung. Gleichzeitig tragen wir beim Angeln oder auch sonstigen Ausflügen lange Hosen und lange Shirts. Und wir sprühen uns mit Repellents ein. Bei mir persönlich hat sich zusätzlich ein richtiger Ekel gegenüber Zecken entwickelt. Früher haben mir die Tiere nichts ausgemacht. Seit der Erkrankung meines Vaters hat sich das schlagartig geändert.

Frau Bürger, hat sich Ihr Verhältnis zum Draußensein seitdem geändert?
Auf keinen Fall. Dafür sind wir einfach viel zu naturverbunden. Das kann uns keiner nehmen. Wir sind immer noch sehr gerne draußen unterwegs – nur versuchen wir, uns so gut wie möglich vor Zeckenstichen zu schützen. Und dank der Impfung beugen wir einer möglichen FSME-Erkrankung nach einem Zeckenstich vor. Gleichzeitig ist es für uns Normalität geworden, nach Ausflügen den Körper immer gründlich abzusuchen.

Auf dem Weg zum großen Fang

Angeln zieht auch immer mehr junge Fans an. Rund fünf Millionen Hobbyangler, davon etwa sechs Prozent Frauen, gibt es derzeit in Deutschland. Wer diese Leidenschaft einmal selbst ausprobieren möchte, sollte sich erfahrenen Anglern anschließen. Diese können Tipps zur richtigen Ausführung, zur Erstausstattung und zum Erwerb von Angelscheinen geben. Denn das Angeln ist in Deutschland meist nur mit Angelschein und einer Gewässererlaubnis möglich. Beliebte Angelorte sind in Deutschland vor allem Flüsse (31 Prozent), dicht gefolgt von Seen und Teichen (28 Prozent).

Gewässerlisten und Übersichten über Angelvereine gibt es im Internet sowie bei den jeweiligen Landesverbänden. Zur Grundausrüstung von Anfängern gehören Rute, Rolle sowie Schnur. Neben weiterem Zubehör wie Posen, Posenstopper und Bleischrote sollte auch an eine Lösezange, ein Maßband sowie einen Fischtöter gedacht werden. Letztlich sind Kescher und eine Aufbewahrung für den Fang sehr hilfreich.

 

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