Bootcamptraining

„Die Natur ist kein Problem, der innere Schweinehund schon“

Sport treiben, ja. Am liebsten in der Natur! Bootcamptrainerin Carolin Hapke erklärt uns, was hinter dem Begriff Bootcamp steckt und wieso es für nahezu jeden geeignet ist. Draußen zu trainieren härtet ab, aber etwas Vorsorge sollte dazugehören. Denn in Gräsern und Büschen ist auch ein nicht zu unterschätzendes Spinnentier unterwegs: die Zecke. Sie gilt als gefährlichstes Tier Deutschlands, was an den bis zu 50 Krankheitserregern liegt, mit denen die Blutsauger infiziert sein können. Neben den Borreliose-Bakterien können unter anderem auch Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Viren übertragen werden.

Was ist härter: die Natur oder Ihre Bootcamps?
Nun ja. Ich trainiere mit meinen Gruppen zweimal wöchentlich in einem Park in Berlin. Und zwar bei jedem Wetter außer bei Gewitter. Meine Erfahrung ist, dass man das Wetter ganz gut in den Griff kriegt. Wenn es sehr heiß ist, sollten die Teilnehmer viel Wasser trinken. Wenn es sehr kalt ist, sind ausreichend Bewegung und eine gute Funktionskleidung sehr wichtig. Wer ordentlich trainiert, dem macht das Wetter nichts mehr aus. Ich würde sagen, die Natur ist kein Problem, der innere Schweinehund schon.

Kein Wunder, dass der Name dieses Sports nach Militär klingt … Sind Bootcamps eine Männerdomäne?
Das ist nur der erste Eindruck. Das Gegenteil ist eher der Fall. Deutschlandweit verzeichnen wir mehr Teilnehmerinnen als Teilnehmer: 70 Prozent der Original-Bootcamp-Teilnehmer sind weiblich. Es sind auch viele Altersklassen vertreten. Jeder, der Freude an Bewegung hat, kann ein Probetraining buchen und die meisten bleiben hinterher dabei. Das Tolle am Bootcamptraining ist ja, dass ich als Trainerin die Übungen für meine Teilnehmer je nach Fitnessgrad variieren kann. So ist für jeden was dabei und alle können bis an ihre persönlichen Grenzen gehen. Und ganz ehrlich: Ich finde es immer wieder großartig zu sehen, wie die Teilnehmer sich in Sachen Selbstbewusstsein und Fitness entwickeln. Bootcamptraining ist nicht nur Drill.

Wer immer draußen ist, ist gut abgehärtet, sagt man.
Auf jeden Fall! Beim Bootcampen erlebt man den Park im Wandel der Jahreszeiten und bei jeder Witterung. Ich bekomme von vielen die Rückmeldung, dass sie weniger anfällig und seltener erkältet sind. Aber Erkältungsviren sind ja nicht die einzige Gefahr für die Gesundheit. Gerade wer viel im Grünen ist, ist beispielsweise ein Ziel für Zecken. Und die können mit ihrem Stich so einige Krankheitserreger übertragen. Ich verwende deshalb Repellents zum Aufsprühen auf die Haut und bin schon seit meiner Kindheit gegen FSME geimpft.

Liegt Ihr innerer Schweinehund eigentlich für immer in Ketten?
Schön wär’s (lacht). Ich liebe die Natur. Ob auf dem Fahrrad, joggend, bei Crossfit, Yoga oder auf dem Snowboard, ich bin wirklich viel draußen. Und bei meinen Bootcamps habe ich auch schon bei minus 13 Grad trainiert, wurde eingeschneit oder war klatschnass hinterher. Da ist man für jeden kurzzeitigen Unterstand dankbar und wenn es nur eine Brücke auf der Laufstrecke ist. Aber manchmal denke auch ich mir – jetzt noch mal raus? Aber das gute Gefühl, wenn ich mich dann doch überwinde, ist einfach super. Außerdem schweißen die harten Witterungsbedingungen die Teilnehmer besonders zusammen – wir leiden alle zusammen.

Ein Konzept mit bundesweiter Gültigkeit

Original Bootcamp ist eine Sportart, die deutschlandweit in den größeren Städten angeboten wird. Dazu treffen sich kleinere Trainingsgruppen zweimal wöchentlich in Parks, auf Wiesen oder anderen grünen Fleckchen, um gemeinsam Sport zu treiben. Meist gibt es einen Zirkel von sieben Stationen. Jede Übung wird eine Minute lang ausgeführt, dann gibt es 15 bis 20 Sekunden Pause, bevor die Übung wieder aufgenommen wird. Wie viele Wiederholungen jeder in dieser Zeit schafft, kommt auf die individuelle Fitness an. „Es gibt für unsere Bootcamps ein Konzept, das deutschlandweit Gültigkeit hat. Die Trainer müssen sich in einem Auswahlprogramm beweisen, bevor sie zertifiziert werden.

Meine persönliche Lieblingsübung sind Burpees, eine Art Hockstrecksprung. Unterarmstütz ist bei meinen Teilnehmern nicht so beliebt“, sagt Bootcamptrainerin Carolin Hapke. Sie ist seit mittlerweile 17 Jahren Trainerin und seit zweieinhalb Jahren auch im Bootcampprogramm. Jeder, der ein Probetraining absolvieren möchte, kann das auf der Internetseite https://www.original-bootcamp.com/ buchen. In vielen Städten gibt es auch einen Bootcamp Day, an dem sich die Booties zu Teamspielen und gemeinsamen Trainingseinheiten treffen. Auch als Vorbereitung für Hindernisläufe, wie z. B. XLETIX, sind Bootcamptrainings beliebt.

 

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