Festivalhelfer Mike Ruf

„Auf Festivals kann man die Zeit seines Lebens haben.“

Die eigene Leidenschaft zum Beruf machen, diesen Traum kann sich nicht jeder erfüllen. Mike Ruf hat das geschafft. Mit 16 Jahren war er zum ersten Mal auf einem Festival. Mit der Zeit entwickelte sich bei ihm dann der Wunsch, als Festivalhelfer zu arbeiten. Dieser Tätigkeit geht er bis heute nach. Da Festivals selten innerhalb von Städten stattfinden, verbringt er dadurch automatisch einen Großteil seiner Zeit in der Natur und damit im Revier von Zecken. Die Tiere können Krankheitserreger, wie das Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME-)Virus, übertragen. Mike Ruf sorgt daher gegen die Blutsauger vor, trägt lange Hosen, festes Schuhwerk und sprüht sich mit insektenabweisenden Sprays ein.

Wie kam es, dass Sie Festivalhelfer wurden?
Ich höre leidenschaftlich gerne Musik. Eine Lieblingsrichtung habe ich nicht. Je nach Laune und Tagesform höre ich Unterschiedliches. Ein Festivalbesuch war daher für mich als Jugendlicher ein absolutes Muss. Das erste Mal war ich mit 16, zusammen mit Freunden, auf einem Festival. Diese Erfahrung hat mich so fasziniert, dass ich von da an regelmäßig Festivals besuchte. Der Entschluss, diese dann irgendwann selbst zu organisieren, war dann nur logisch. 2010 habe ich erstmals bei einem Uni-Festival in Ilmenau mitgeholfen, habe Bauzäune geschleppt und die Bühne mit aufgebaut. Anschließend habe ich kleinere Veranstaltungen mitorganisiert. Nach dem Studium ist es mir gelungen, in der Branche Fuß zu fassen. Erst als freier Mitarbeiter auf größeren Festivals. Heute arbeite ich in einer Firma, die Festivals mitorganisiert.

Wie sieht Ihre Arbeit als Festivalhelfer aus?
Wir fangen rund ein Jahr im Voraus mit der ganzen Organisation und Planung an. Es geht um viel Koordination, da wir Timings einhalten müssen. Vor Ort wird das fortgesetzt: Hier geht es um die konkrete Umsetzung. Auf dem Gelände agiere ich auch als Problemlöser. Gerade, wenn es plötzliche Wetterumschwünge gibt, muss ich schnell handeln. Doch das große Highlight meines Jobs ist nach wie vor die Chance, die Musik und die einmalige Stimmung des Festivals zu genießen.

Was ist für Sie das Besondere an Festivals?
Für mich sind Festivals klasse, weil man so viel in ein Wochenende packt. Man verbringt Zeit mit seinen Freunden, grillt, campt, lernt neue Menschen kennen und hat noch dazu Spitzenmusik und ein tolles Rahmenprogramm. Gleichzeitig ist es natürlich faszinierend, mit Zehntausenden von Menschen gemeinsam zu feiern. Egal, welches Festival man besucht, was für ein Musikstil gespielt wird, wie sich die Besucher zusammensetzen oder welche Musiker und Bands auftreten – jedes Festival hat sein eigenes Feeling. Das mag ich!

Sie haben gesagt, dass Begegnungen im Mittelpunkt stehen – gibt es auch Begegnungen mit Zecken?
Auf jeden Fall. Festivals spielen sich nun mal in der freien Natur ab. Das heißt, man ist den ganzen Tag draußen, man campt vor Ort, läuft durch hohes Gras oder Gestrüpp. Ich selbst hatte Gott sei Dank noch keinen Zeckenstich, weiß aber, dass sie auf Festivals keine Seltenheit sind. Ich trage immer lange Hosen und festes Schuhwerk, das hilft, Zecken auf Abstand zu halten. Festivalbesuchern würde ich außerdem neben Sonnenschutz, Kleidung für alle Witterungsbedingungen, ausreichend Wasser und Ohrstöpseln auch Gummistiefel empfehlen. So macht einem der Matsch nichts aus, sollte es wirklich einmal regnen. Zum anderen können sie helfen, Zecken abzuhalten. Ein Absuchen des Körpers ist auch wichtig. Hat dann doch eine Zecke zugestochen, können sich die Besucher an die Sanitäter vor Ort wenden. Sie sind ausgebildet, die Tiere schnell zu entfernen.

 

Gute Laune ist ein Muss auf Festivals!

Eine Vielzahl von Festivals mit verschiedenen Musikstilen oder Bands zieht weltweit Besucher an. Vor Ort zu campen, ist dabei ein Muss für viele Festivalbesucher. Daher gehören neben Kleidung für jede Witterung, viel Wasser, einem Erste-Hilfe-Set mit Zeckenkarte auch Zelt, Luftmatratze und Schlafsack zur Grundausstattung jedes Besuchers.

Das wichtigste Mitbringsel ist aber die gute Laune. Das gilt auch für interessierte Festivalhelfer. Prinzipiell ist jeder, der für Festivals brennt, für diesen Job geeignet. Doch man muss stressresistent sein und auch mit Chaos gut umgehen können.

 

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