Hundetrainerin Monica Pertzsch

„Wer einen Hund als Sozialpartner will, muss sich auch mit ihm beschäftigen.“

Monica Pertzsch ist nicht nur Hundebesitzerin, sondern hilft als Hundetrainerin auch anderen Hundehaltern bei der Grundausbildung, sodass ein reibungsloses Zusammenleben zwischen Hund und Mensch möglich ist. Für ihren Beruf und auch privat ist die Wahlhamburgerin viel in der Natur unterwegs und damit im Zeckenrevier. Um gegen die Krankheitserreger, die Zecken übertragen können, gewappnet zu sein, betreibt Monica Pertzsch Vorsorge. Ihr Hund bekommt chemische Präparate in Form von Halsbändern oder Spot-On-Mitteln. Sie selbst trägt lange Kleidung und sucht ihren Körper nach jedem Spaziergang gründlich nach den Blutsaugern ab.

Wie wird man eigentlich Hundetrainerin?
Einen meiner ersten Hunde holte ich damals aus dem Tierheim. Nach einiger Zeit merkte ich, dass er gewisse Auffälligkeiten hatte. Um die Ursache hierfür zu finden, besuchte ich verschiedene Hundeschulen – leider immer ohne Erfolg. Nach eineinhalb Jahren konnte man mir dann endlich helfen. Die Mitarbeiterin der Hundeschule riet mir zudem, Seminare bei Martin Rütter, dem bekannten Hundetrainer, zu besuchen. Das tat ich und habe ihn stetig mit Fragen gelöchert. Irgendwann empfahl er mir, selbst Hundetrainerin zu werden. Die Ausbildung dauerte zwei Jahre und schloss neben Theorie sehr viel Praxis ein. Das ist positiv, denn leider gibt es in Deutschland keine einheitliche oder staatlich anerkannte Ausbildung zur Hundetrainerin.

Wie kann man sich Ihre Arbeit vorstellen?
Heute wird der Hund oft als Sozialpartner angesehen. Er ist Familienmitglied, soll Singles als Partner dienen und Kindern Spielgefährt sein. Doch das ist nicht die Natur des Hundes. Der Hund muss also an ein verändertes Umfeld gewöhnt werden. Es geht nicht um die Dressur, wie zum Beispiel das Erlernen von Befehlen wie Sitz und Platz, sondern um eine Erziehung. Hundehalter müssen lernen, was ein Hund möchte. Das sind in erster Linie zwei Dinge: Sicherheit und Nahrungserwerb, also Jagd. Deshalb heißt es bei Martin Rütter auch Hundeschule für Menschen. Ich sehe mich als Dolmetscher zwischen Mensch und Tier. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass die Halter erkennen, dass der Hund von seinem Ursprung her eine Aufgabe hat. Nur mit einem Hund spazieren gehen, reicht nicht, sonst ist er arbeitslos. Man sollte sich stets mit ihm beschäftigen und auf seine Neigungen eingehen. Das kann zum Beispiel ein Dummy mit Essen sein, sodass er beim Gassi gehen seinen Jagdtrieb erfüllen kann.

Welche Trainingseinheiten kann man bei Ihnen buchen?
Ich biete Kurse zur Grunderziehung an, alles andere, wie z.B. die Ausbildung zum Servicehund bieten Kollegen an, die darauf spezialisiert sind. Letztlich gibt es bei mir zwei Arten von Training. Das Einzeltraining soll die Persönlichkeit des Hundes und die Anforderung an den Hund vonseiten der Halter und der Umwelt zusammenbringen. Zudem biete ich Gruppenstunden an. Hier stellen wir Alltagssituationen nach, um das richtige Sozialverhalten zu erlernen.

Wie schützen Sie sich und Ihre Hunde gegen Zecken?
Bei meinen Hunden setze ich auf chemische Präparate: Halsbänder und Spot-on-Mittel. Ich selbst hatte noch nie eine Zecke, aber eine Mitarbeiterin von mir ist an Borreliose erkrankt. Ihre Symptome sind spät aufgetreten und die Diagnose dauerte lange. Anschließend musste sie zur Dialyse und hat Antibiotika verschrieben bekommen. Das hat mir verdeutlicht, wie gefährlich Zecken sind. Aber vorsichtig war ich schon vorher. Zeckenvorsorge gehört für mich dazu. Ich trage angemessene Kleidung und hohes Gras betrete ich selten. Gleichzeitig ist es für mich zur Normalität geworden, mich nach dem Spaziergang nach Zecken abzusuchen. Mit meinem Hund gehe ich regelmäßig zum Impfen. Hunde kann man gegen Borreliose impfen, Menschen nicht. Dafür ist bei Menschen die Impfung gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis-(FSME)-Erreger möglich.

Hund und Halter zum Team formen

Hundetrainer bilden in erster Linie nicht die Hunde aus, sondern sind ein Bindeglied, um die Kommunikation zwischen Hunden und Menschen zu erleichtern. Daher müssen Hundetrainer nicht nur tierfreundlich sein, sondern sich auch gut mit Menschen auseinandersetzen können. Da die Rolle des Hundes heute oft eine andere ist, muss man als Hundetrainer die Menschen von den Bedürfnissen und dem Umgang mit den Hunden überzeugen können. Insgesamt bedarf es einer Mischung aus menschlicher und tierischer Psychologie.

Hundetrainer sind wetterfest und haben keine festen Arbeitszeiten. Ob Wochenende oder nach 18 Uhr – man ist immer im Einsatz. Hundehalter, erklärt die Expertin Monica Pertzsch, brauchen beim täglichen Spaziergang wenig Utensilien. Wichtig ist, den Hund auf klimatische Bedingungen vorzubereiten und im Notfall auch Pfotenpflege zu betreiben. Leine, Wasser und Futterdummys reichen aus. Am wichtigsten für die gemeinsame Zeit ist allerdings gute Laune zu haben und auch Lust, gemeinsam mit dem Hund etwas zu unternehmen.

 

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