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Mikroabenteuer in Deutschland

Die Blogger Sebastian und Line von Off The Path bereisen die Welt auf der Suche nach unvergesslichen Gänsehautmomenten. In diesem Beitrag verraten sie, welche Reiseziele sich perfekt für ein kleines Abenteuer in der Heimat eignen.

Ostseeküsten-Radweg
Der Ostseeküsten-Radweg führt stets am Meer entlang – Urlaubsfeeling pur!
© Sebastian Canaves von Off The Path

Mikroabenteuer in Deutschland

Für ein Abenteuer muss man in die weite Ferne reisen? Weit gefehlt! Unser Heimatland wartet mit zahlreichen unvergesslichen Erlebnissen auf euch und das Beste: Viele davon lassen sich übers Wochenende und ohne viel Budget umsetzen. Wir stellen euch 7 Ideen für ein cooles Mikroabenteuer in Deutschland vor!

1. Erlebt ein Trekkingabenteuer im Schwarzwald

Der Schwarzwald ist nicht nur Deutschlands höchstes und größtes zusammenhängendes Mittelgebirge, sondern wartet auch mit einem ganz besonderen Erlebnis auf euch: Hier könnt ihr ein Trekkingabenteuer unternehmen! Tagsüber lauft ihr vorbei an riesigen Tannen und schlagt abends euer Zelt ganz legal mitten im Wald auf.

Dafür stehen im Nationalpark Schwarzwald, im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord sowie im Naturpark Südschwarzwald neun Trekkingcamps bereit: Neben Zeltplattformen aus Holz gibt es hier ein kleines Toilettenhäuschen sowie eine Feuerschale und Feuerholz, denn Lagerfeuer sind hier ebenfalls erlaubt – das ist in Deutschland einmalig!

FSME Informationsportal

2. Erkundet die Ostsee auf dem Ostseeküsten-Radweg

Der Ostseeküsten-Radweg führt auf insgesamt über 2.200 Kilometern einmal entlang der Ostsee von Kopenhagen bis ins polnische Elbing. Dabei startet der rund 1.000 Kilometer lange deutsche Abschnitt in Flensburg und endet in Ahlbeck auf Usedom und führt euch an mehreren UNESCO-Welterben vorbei, wie der Hansestadt Lübeck sowie den Altstädten von Stralsund und Wismar oder dem Buchenwald im Nationalpark Jasmund.

Auch andere spannende Orte wie den Gespensterwald bei Rostock, der wahrhaftig für Gänsehaut sorgt, oder die berühmten Kreidefelsen von Rügen entdeckt ihr auf diesem Radabenteuer. Übrigens weist die Strecke gerade einmal 50 Höhenmeter auf und ist gut ausgeschildert, sodass ihr hier ganz entspannt radelt.

3. Unternehmt eine Schneeschuhwanderung in den Allgäuer Alpen

Die Allgäuer Alpen bieten die perfekte Kulisse für eine Schneeschuhwanderung, ob nur für ein paar Stunden oder gleich für mehrere Tage. Dabei stapft ihr durch den tiefen Schnee und verabschiedet euch in eine malerisch weiße Winterlandschaft, während euer Alltag in weite Ferne rückt.

Für ein kurzes Schneeschuhabenteuer sind keine Vorkenntnisse erforderlich, für eine mehrtägige Schneeschuhwanderung solltet ihr jedoch Erfahrung und ausreichend Kondition mitbringen. Es warten vier abwechslungsreiche Schneeschuhtouren mit atemberaubenden Panoramaaussichten und drei Übernachtungen in urigen Berghütten auf euch – natürlich inklusive herzhafte Allgäuer Spezialitäten zum Abendessen!

4. Schippert mit dem Hausboot über die Mecklenburgische Seenplatte

Die Mecklenburgische Seenplatte ist bekannt für ihre vielen Seen, und mit der Müritz ist hier auch Deutschlands größter komplett auf deutschem Staatsgebiet liegender See zu Hause. Da die Seen dank zahlreicher Kanäle miteinander verbunden sind, eignet sich die Region hervorragend für eine mehrtägige Hausboottour.

Dabei schippert ihr mit wenigen Stundenkilometern übers Wasser, legt hier und da an einem Hafen der vielen kleinen hübschen Städtchen wie Waren, Malchow oder Plau am See an und werft nachts euren Anker. Das Beste: Für dieses Abenteuer benötigt ihr keinen Bootsführerschein, sondern könnt nach einer ca. 1–2-stündigen Einweisung direkt lostuckern!

Zelt im Wald
Zahlreiche Trekking-Camps ermöglichen wildes Zelten im Wald.
© Sebastian Canaves von Off The Path

5. Übernachtet im Baumhaus und kommt Wölfen ganz nah

Zwischen Hannover und Bremen befindet sich das 5,2 Hektar große Wildparkgelände des Wolfcenters Dörverden. Hier leben zwei Wolfsrudel: Während das eine wild durch den Park streift und sich Besuchern nur selten zeigt, wurde das andere von Hand aufgezogen und ist an Menschen gewöhnt.

Bei einer Führung erfahrt ihr spannende Fakten über die Wölfe und ihre Rückkehr in die deutschen Wälder oder ihr könnt bei einer Fütterung zusehen. Das Highlight des Wolfcenters ist jedoch das Baumhaushotel: Hier übernachtet ihr inmitten der Baumwipfel und unter euch streifen die Wölfe umher, die ihr dank der riesigen Glasfront perfekt beobachten könnt!

6. Wandert übers Reintal auf die Zugspitze

Mit 2.962 Metern ist die Zugspitze Deutschlands höchster Berg, und statt in wenigen Minuten mit der Gondel hinaufzufahren, könnt ihr den Gipfel auch innerhalb einer zweitägigen Wanderung erklimmen – und fühlt euch so wie echte Abenteurer!

Von Garmisch-Partenkirchen geht es am ersten Tag zunächst durch die beeindruckende Partnachklamm und danach durchs wilde Reintal bis zur Reintalangerhütte. Am nächsten Tag meistert ihr den Aufstieg auf den Gipfel und lauft zuerst zur Knorrhütte, bevor es durch alpines Gelände und zuletzt über ein Geröllfeld steil bergauf geht.

7. Stürzt euch in ein Paddelabenteuer auf der Saale

Mit einer Länge von über 400 Kilometern ist die Saale der zweitlängste Nebenfluss der Elbe und bietet sich auf zahlreichen Abschnitten für eine Kanutour an. Besonders schön ist die Strecke zwischen Naumburg und Halle, bei der ihr in drei oder vier Tagen rund 65 Kilometer zurücklegt.

Dabei entdeckt ihr vom Wasser aus auch einige Sehenswürdigkeiten, wie die Burg Schönburg oder das Schloss Goseck. Außerdem paddelt ihr teils durch wunderschöne Auen und erspäht mit etwas Glück einen Eisvogel oder Biberratten! Und für noch mehr Abenteuer setzt ihr eure Tour innerhalb von zwei Tagen auf weiteren 63 Kilometern bis nach Bernburg fort.

Unser Tipp für alle Abenteurer: Zeckenvorsorge!

Auch wenn man es nicht ganz glauben mag, sind auch die Gefahren bei einem Mikroabenteuer eher mikro – aber auch nur, was ihre Größe betrifft. Die Rede ist von Zecken! Zecken können gefährliche Krankheitserreger wie Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren (kurz: FSME-Viren) und Borreliose-Bakterien übertragen und sind in Deutschland mittlerweile weit verbreitet. So gehören zahlreiche Stadt- und Landkreise vorwiegend in Mittel- und Süddeutschland zu den FSME-Risikogebieten. Anders, als viele denken, sitzen Zecken nicht auf Bäumen und lassen sich fallen, sondern halten sich bevorzugt in der bodennahen Vegetation in einer Höhe von 30 bis 60 Zentimetern auf. Sie krabbeln auf Grashalmen sowie im Unterholz und in Büschen. Lichtungen in Wäldern, aber auch Gärten und Stadtparks sind ihr bevorzugtes Zuhause. Dabei lassen sie sich beim Vorbeigehen einfach abstreifen und landen so auf dem Körper der Menschen und Tiere wie Hunde oder Pferde. Aufgrund der milden Winter sind die kleinen Blutsauger beinahe ganzjährig aktiv. Wer gerne im Grünen unterwegs ist, begibt sich somit automatisch ins „Zeckenrevier“.

Anders als Borreliose-Bakterien, die erst nach einigen Stunden in den Körper des Gestochenen wandern, werden FSME-Viren sofort übertragen. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die nicht mit Medikamenten heilbar ist und in schlimmen Fällen sogar lebensgefährlich sein kann. Durch Impfen kann man sich aber vor FSME schützen. Im Gegensatz dazu kann Borreliose – sofern sie rechtzeitig erkannt wird – mit Antibiotika behandelt werden. Eine Borreliose-Impfung gibt es für Menschen jedoch nicht.

Um euch vor Zeckenstichen und der damit verbundenen möglichen Übertragung von Krankheitserregern zu schützen, solltet ihr folgende Punkte beachten:

  • Tragt lange und helle Kleidung sowie feste Schuhe auf euren Abenteuern.
  • Nutzt Anti-Zeckenspray.
  • Sucht eure Körper nach jedem Abenteuer gründlich nach Zecken ab und entfernt diese sofort.

Wer beim Thema FSME auf Nummer sicher gehen möchte, kann durch Impfen vorbeugen.

Mit diesen Tipps könnt ihr euch unbesorgt in euer nächstes Mikroabenteuer stürzen und müsst euch weniger Gedanken um die kleinen Gefahren machen, die schnell gefährlich groß werden können!