Michael Wohlfart

„I say ‚Tough‘, you say ‚Mudder‘“

Als Michael Wohlfart vor einigen Jahren im Fitnessstudio zum ersten Mal einen Trailer über Tough Mudder auf dem Handy eines Freundes sah, ahnte er noch nicht, dass er selbst ein begeisterter Extrem-Hindernisläufer werden würde. „Sportlich war ich schon immer. Ich war im Ringerverein, habe Tischtennis und Badminton gespielt und bin begeisterter Kraftsportler, erzählt Michael Wohlfart. Mittlerweile hat er 33 Tough-Mudder-Events absolviert, sich dabei leidenschaftlich durch Gestrüpp gerobbt, über Wälle geworfen, Stromschläge kassiert und in Eiswasser gebadet. Manche Parcours läuft er bis zu drei Mal. „Das Tolle an Tough Mudder ist, dass man über sich hinauswächst. Während mir Kraftaufgaben leichtfallen, macht mir das Eisbad auch nach all den Events noch zu schaffen. Und die Kombination aus Höhe und Wasser ist stets eine Herausforderung für mich. Aber beim Tough Mudder springe ich einfach und überwinde meine Ängste“, beschreibt Wohlfart seinen Extremsport.

Vor lauter Begeisterung hat Michael Wohlfart zusammen mit seinen Teamkameraden auch gleich eine Homepage aufgesetzt und bietet kostenlose Trainingsprogramme für Tough-Mudder-Läufer an. „Bei meinem ersten Lauf musste ich mir die Infos mühsam zusammensammeln und wusste nicht so recht, was mich erwartet. Deshalb bieten wir das Rundum-sorglos-Paket in Sachen körperliche und organisatorische Vorbereitung“, sagt er. Michael Wohlfarts nächstes Ziel ist das goldfarbene Stirnband, das Läufer nach 50 erfolgreich beendeten Tough-Mudder-Events tragen dürfen.

Besonders bemerkenswert findet Michael Wohlfart auch den Teamgeist, der sich bei diesen Events immer wieder bei allen beobachten lässt. „Selbst wenn du deinen Mitstreitern zuvor noch nie begegnet bist, schweißt der Lauf zusammen und ihr kommt als eingeschworene Gemeinschaft wieder an. Tough Mudder verbindet, da ist gemeinsamer Überlebenskampf angesagt. Und manche Hindernisse schafft man auch einfach nur im Team“, schwärmt er. Tough-Mudder-Events sind große Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern, die in Gruppen und im 20-Minuten-Takt auf den Parcours geschickt werden. Dazu gibt es ein mentales und physisches Aufwärmprogramm à la „I say ‚Tough‘, you say ‚Mudder‘“ – danach sind alle Läufer „heiß“ und wollen nur noch in den Matsch.

Michael Wohlfart kann sich an jeden einzelnen seiner Läufe erinnern – Menschen, Landschaften und Wetterkapriolen machen sie alle unvergesslich. Auch das gemeinsame Campen in der Natur macht das Event zu etwas Besonderem. Besonders stolz war Michael Wohlfart, als er sich sein schwarzes Stirnband überstreifen durfte – das er sich nach zehn Läufen verdient hatte. Doch auch er kennt Grenzen: „Meine Gesundheit setze ich nicht aufs Spiel. Auch nicht durch einen winzigen Zeckenstich. Deswegen habe ich vorgesorgt und mich gegen FSME impfen lassen.“ Denn das FSME-Virus kann durch Zeckenstiche übertragen werden und eine Entzündung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems mit schweren Langzeitschäden verursachen.

 

Natur in ihrer rauesten Form – Tough Mudder

20 bis 25 Hindernisse auf 16 bis 18 Kilometern Strecke und nur ein Ziel: durchkommen. Das ist Tough Mudder. Die Sportart, wortwörtlich übersetzt „zäher Matsch“, ist vor allem in den USA und Großbritannien sehr beliebt. Seit 2013 gibt es Tough-Mudder-Events auch in Deutschland. Bei diesem Hindernislauf geht es nicht um Zeit oder Platzierungen, sondern darum, über sich hinauszuwachsen und der Natur in ihrer rauesten Form zu trotzen: „Der Mensch neigt dazu, sich selbst zu unterschätzen. Wir sind zu viel mehr in der Lage. Beim Tough Mudder geht es darum, aus der Komfortzone herauszukommen und etwas Außergewöhnliches zu schaffen“, beschreibt Tough-Mudder-Läufer Michael Wohlfart. Aus der Komfortzone raus? Anders lässt es sich wohl kaum beschreiben, wenn ein Läufer sich zwischen herabhängenden Stromkabeln seinen Weg bahnen muss und sich über eine Strecke von circa zehn Metern Stromschläge von 10.000 Volt abholt. Weitere Klassiker beim Tough Mudder sind neben dieser sogenannten Electroshock Therapy auch die Berlin Walls – drei Meter hohe Wälle, die es zu überwinden gilt – sowie das Eisbad Arctic Enema 2.0 und der Everest 2.0 – eine rutschige Halfpipe, die in der Regel nur mit Teamwork zu bezwingen ist.

Erstaunlicherweise sind die Verletzungsraten beim Tough Mudder eher niedrig. Zwar geht wohl kaum ein Läufer ohne Kratzer aus dem Event, ernsthafte gesundheitliche Probleme sind aber selten. Zeiten werden beim Tough Mudder übrigens nicht gemessen. Es gibt auch keine Siegplatzierung. Denn es geht ums Durchkommen.

Wer es geschafft hat, bekommt ein Stirnband, dessen Farbe Kennern signalisiert, wie viele Tough-Mudder-Läufe der Träger bereits absolviert hat. Bisher war das schwarze Stirnband für 10 Läufe die Höchstmarke. Seit neuestem gibt es noch ein silbernes für 25 Events und ein goldenes für 50. Wer es ausprobieren oder sich in einem Trainingsprogramm vorbereiten lassen will, kann sich einfach anmelden.  Übrigens: Tough Mudder ist nicht nur was für Männer. In Deutschland liegt der Frauenanteil bei circa 30 Prozent. Also, auf in den Matsch!

Mehr Informationen gibt es unter www.mudder-guide.de.

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