Yoga im Freien: Zurück zur Natur, zurück zu dir

Es gibt kaum eine Sportart, die entspannender ist als Yoga. Noch entschleunigter, aber nicht weniger herausfordernd, ist Yoga im Freien. Mit unseren Tipps klappt es bestimmt!

Yoga im Freien: kein Trend, sondern Tradition

So wie zahlreiche Fitness-Jünger nach draußen strömen, um sich an der frischen Luft zu stählen, zieht es auch mehr und mehr Yogis nach draußen. Übrigens nichts Neues. Swami Vishnudevananda, "The Flying Swami", eröffnete im Jahr 1962 das Sivananda-Ashram-Yoga-Camp in Kanada, in dem er mit seinen Schülern Yoga im Freien praktizierte.

Seit einiger Zeit erlebt Outdoor-Yoga einen neuen Aufschwung. So bieten mehrere Studios deutschland- und europaweit das sogenannte Guerilla-Yoga an: Kurse an der frischen Luft, die erst kurz vorher angekündigt werden und nichts kosten. Gerade für Yoga-Skeptiker und Anfänger eine tolle Möglichkeit, um einzusteigen. Mehr Infos dazu findet ihr auf dem Asana-Yoga-Blog.
Die Hamburger Yoga-Lehrerin Bente verlegte mit ihrem Pop-up-Yoga-Konzept ihre Sessions unter anderem auf die Dächer der Stadt und bietet ihren Schülern im Sommer "Yoga with a view" an. Das helfe, flexibel zu bleiben und offen für Neues zu sein, "so wie es Yoga vorlebt", schreibt die Yogi auf ihrer Website.

yoga atemübung im freien

Fünf gute Gründe für Yoga im Freien

Gründe für Yoga im Freien gibt es viele. Hier kommen fünf davon:

1. Gut für Herz und Kreislauf

Wie auch Outdoor-Fitness sorgt Yoga draußen für ein aktiveres Herz-Kreislauf-System. Wer sich den Elementen aussetzt, kurbelt seine Durchblutung an. Draußen tankt man Vitamin D, das die Stimmung hebt, aber gleichzeitig auch dem Kreislauf guttut. Das Einatmen von Frischluft füllt außerdem die Lungen mit Sauerstoff, man ist automatisch wacher und fitter.

2. Yoga im Freien unterstützt das Immunsystem

Wer sich mehr im Freien aufhält, kann Erkältungsviren und -bakterien besser ausweichen. In so manchen Sportstudios - auch in Yoga-Räumen! - dagegen lauern gerade im Winter viele Keime, die sich in der stickig-warmen Luft schnell verbreiten.

3. Yoga draußen ist gut für die Seele

Nicht nur durch das Vitamin D steigt euer Wohlbefinden. Draußen zu sein, aus dem Alltag in geschlossenen Räumen wie Büro, Bahn und heimischem Wohnzimmer auszubrechen, lässt euch eine lange vermisste Freiheit verspüren. Versprochen!

4. Yoga im Freien lässt euch mehr sehen

Wetten, dass ihr durch Yoga mehr sehen und hören werdet? Schärft eure Sinne, indem ihr statt den Yoga-Klängen im Studio ganz bewusst der Natur zuhört. Zwitschernde Vögel, das Rauschen von Bächen oder einfach nur die sich hin- und herwiegenden Baumwipfel: Konzentriert euch auf eines dieser Klangerlebnisse und lasst euch damit in die Meditation fallen.
Um andere Sportler im Park oder Gruppen mit Grill und Bier auszublenden, richtet ihr eure Konzentration auf einen bestimmten Aspekt, der euch umgibt. Ihr werdet sehen: Ihr werdet lernen, euch stärker zu fokussieren und Details viel stärker wahrzunehmen.

Ein Tipp: Packt für den nächsten Urlaub die Yoga-Matte ein und turnt eine Yoga-Session im Wald oder praktiziert Yoga in den Bergen. Das wird eure Sinne beflügeln!

5. Draußen Yoga zu praktizieren, macht euch besser

Wer draußen Yoga machen möchte, sollte wissen, dass gerade die ersten Sessions nicht einfach sind. Viel zu viele Ablenkungsquellen lauern auf euch. Die gute Nachricht: Wer durchhält, wird automatisch besser und lernt, viel mehr auf sich selbst zu hören.

 

erholung durch yoga in der naturSieben Tipps, mit denen Yoga im Freien garantiert klappt

Mehr als eine Yoga-Matte und Sportkleidung braucht es eigentlich nicht, um draußen Yoga zu praktizieren. Oder? Mit diesen Tipps wird euer Yoga-Erlebnis draußen perfekt:

1. So findet ihr den perfekten Platz für Yoga im Freien

Wählt einen Platz, der nicht von allen Seiten einsehbar ist. Außerdem solltet ihr eure Matte erst dann ausrollen, wenn ihr euch vergewissert habt, dass der Fleck nicht der lauteste im ganzen Park ist. Wie wäre es mit einem Platz unter einem Baum? Der spendet euch Schatten und schützt euch vor leichten Regenschauern.

2. Wählt eine kluge Uhrzeit für Yoga im Freien

Im Sommer wird es erfahrungsgemäß sonntagnachmittags auf den Grünflächen der Stadt brechend voll. Steht früh auf und praktiziert eure Übungen, bevor die Massen in die Parks strömen. Um sechs Uhr morgens werdet ihr in der Regel nur anderen Sportlern - sprich Gleichgesinnten -begegnen.

3. Nehmt die richtige Ausrüstung für Yoga nach draußen mit

Der Unterschied zwischen Yoga (alleine) draußen und im Studio: Ihr müsst an die Elemente denken. Neben eurer Yoga-Matte und eurer Yoga-Kleidung solltet ihr folgende Dinge einpacken:
✓ Sonnencreme und eine Kopfbedeckung
✓ Insektenschutzmittel gegen Mücken- und Zeckenstiche
✓ einen Regenschirm, falls euch ein Schauer überrascht
✓ Insektenschutz, besonders wenn ihr plant, eure Yoga-Session in die Abendstunden zu legen
✓ etwas zu trinken
✓ Musik und Kopfhörer, wenn ihr euch ohne nicht fokussieren könnt

4. Yoga im Freien: Entspannung ohne Gong

Unter freiem Himmel den Weg in die entspannte Haltung zu finden und den Flow zu beginnen, kann gerade für Yoga-Anfänger schwierig sein - gerade wenn ihr euch entschieden habt, eure Yoga-Session allein und damit ohne anleitenden Lehrer durchzuführen. Entspannende Musik kann euch dabei helfen, euren Einstieg zu finden. Versucht auf längere Sicht aber unbedingt, von den Kopfhörern wegzukommen, um das volle Draußen-Erlebnis zu erlangen. Beginnt mit Meditations- und Atemübungen, die euch dabei helfen, euch zu fokussieren.

5. Welche Übungen eignen sich für Yoga im Freien?

Für die Übungen draußen gibt es bei Yoga im Freien keine Einschränkungen, im Gegenteil: Dadurch, dass ihr mehr Platz als im Studio habt, könnt ihr eigentlich alle Positionen in euren Flow integrieren. Selbst die Krieger mit ihren Ausfallschritten!

6. Yoga im Freien: Routine ist alles

Überlegt euch vor eurer Yoga-Stunde im Freien, wie lange und welche Übungen ihr durchführen wollt. Turnt draußen zu Beginn einen Flow, der euch schon bekannt ist. Wiederholt diesen bei mehreren Sessions, bis er Routine ist. So gelingt es euch besser, euch trotz der Ablenkungen auf euch zu konzentrieren. Wenn ihr allein Yoga macht, können euch Apps bei der Zusammenstellung eurer Routine helfen.

7. Yoga im Freien: allein oder in der Gruppe?

Wenn ihr merkt, dass ihr trotz all der Vorkehrungen allein nicht richtig in den Flow kommt, könnt ihr probieren, euch einer Gruppe anzuschließen. Viele Studios bieten im Sommer Yoga als Outdoor-Sessions an. Ihr seid kein Gruppentyp? Dann fragt zumindest eine Freundin oder einen Freund, ob ihr euch zusammentun könnt.

 

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Yoga im Freien: drei Übungen für Yoga-Anfänger und -Fortgeschrittene

Eine Herausforderung beim Praktizieren von Yoga im Freien ist sicherlich, dass ihr immer wieder das Gefühl haben werdet, dass ihr beobachtet werdet. Setzt deshalb -gerade als Yoga-Neuling - auf einfache Übungen, die ihr garantiert umsetzen könnt. Wenn ihr diese sicher beherrscht, könnt ihr jederzeit euer Level anheben!

Das Brett

Das Brett oder die Plankposition ist eine der leichtesten Übungen, hat aber auch so ihre Tücken. Legt euch auf den Bauch und winkelt die Arme so an, dass die Hände neben eurem Kopf liegen. Streckt eure Beine aus, stellt die Füße auf und erhebt euch, sodass nur noch die Unterarme und Fußspitzen den Boden berühren. Versucht, euren Körper so weit es geht in die Länge zu ziehen. Durch das Anspannen eurer Bauchmuskeln verhindert ihr, ins Hohlkreuz zu kommen oder einen Buckel zu machen. Das gilt übrigens im Yoga genauso wie bei der Plankposition im Bootcamp-Fitness! Haltet die Position für mehrere Atemzüge und geht dann weiter in eurem Flow.

Der Stuhl

Gerade für Yoga-Anfänger oder diejenigen, die noch nicht so dehnbar sind, ist der Stuhl eine gute Übung. Stellt die Füße dazu etwa hüftbreit auseinander und hebt dann die Arme in die Luft. Streckt euch, so weit ihr könnt - die Schultern zieht ihr aber gleichzeitig herunter. Dann geht es in die Sitzposition: Tut so, als würdet ihr euch auf einen Stuhl setzen wollen. Achtet dabei darauf, dass euer Rücken gerade bleibt. Je niedriger ihr geht, desto anspruchsvoller ist die Übung. Versucht, am untersten Punkt für mehrere Atemzüge zu verharren.
Der Stuhl ist übrigens auch toll für die Büroarbeiter unter euch geeignet, die Übung könnt ihr zwischendurch immer mal einschieben, wenn ihr das Gefühl habt, dass euer Rücken eine Auflockerung braucht.

Das Dreieck

Ihr wollt etwas mehr Action? Kein Problem: Stellt euch zunächst hüftbreit hin und macht dann einen Ausfallschritt zur rechten Seite. Die Fußspitze zeigt dabei nach rechts. Nun versucht ihr, mit dem Oberkörper dem Bein zu folgen, bis euer rechter Unterarm euer Knie berührt. Bringt den linken Arm ausgestreckt über euren Kopf und richtet euren Blick auf die linke Hand, sodass ihr gerade nach oben schaut. Vermeidet es, ins Hohlkreuz zu fallen, und achtet darauf, mit den Armen eine gerade Linie zu bilden. Atmet in die Dehnung hinein. Geht zurück in die Ausgangsposition und turnt die Übung auch auf der linken Seite.
Die gute Nachricht: Je öfter ihr die Übung macht, desto einfacher wird sie!