Schritt fĂŒr Schritt: So lauft ihr Wanderschuhe ein!

Ihr wollt mit dem Wandern loslegen und braucht dafĂŒr einen Wanderschuh? Ihr habt euch ein neues Paar gegönnt, was aber noch so gar nicht bequem ist? Wir helfen euch dabei, eure Wanderschuhe optimal einzulaufen.

1. Den richtigen Wanderschuh finden

Vor dem Einlaufen steht – na klar! – erst einmal der Kauf eurer Wanderschuhe an. Nutzt dafĂŒr unbedingt den Service eines FachgeschĂ€fts und lasst euch beraten. Ganz wichtig: Wann wollt ihr die Wanderschuhe tragen? Welche Art von Wandertouren schweben euch vor? Wenn ihr das wisst, seid ihr eurem Traumschuh schon einen gewaltigen Schritt nĂ€hergekommen. Ein absoluter Vorteil von festen Wanderschuhen ist außerdem, dass Zecken an ihnen wenig Halt finden. So können Zeckenstiche und Erkrankungen in der Folge vermieden werden. Was so ein Wanderschuh kostet? Zwischen 120 und 150 Euro solltet ihr schon auf den Tisch legen. Eure FĂŒĂŸe werden es euch danken! Wenn es bei dem FachgeschĂ€ft eurer Wahl die Möglichkeit gibt, die Wanderschuhe „im GelĂ€nde“ zu testen, solltet ihr das auch machen. Auf kleinen Podesten könnt ihr das Verhalten der Schuhe beim Bergauf- und Bergabgehen ausprobieren.

Blick auf Wanderschuhe vor Bergpanorama
Wer sich neue Wanderschuhe kauft, sollte sie vorher gut einlaufen.

Welche Wanderschuhe gibt es eigentlich? Jede Marke hat da ihre eigenen Definitionen und Kategorien – auch bei den GrĂ¶ĂŸen unterscheiden sich die Wanderschuhe sehr von Hersteller zu Hersteller. Man unterscheidet grob vier Klassen: Es gibt sogenannte Hikingschuhe, meist sind das Halbschuhe. Hiermit geht ihr gemĂ€ĂŸigte Touren oder etwas lĂ€ngere SpaziergĂ€nge sehr gut. Die Wanderstiefel sind dann der Einstieg in etwas lĂ€ngere Touren, auch mal mit GepĂ€ck und ĂŒber Nacht. Trekkingstiefel eignen sich fĂŒr diejenigen unter euch, die auch mal Campingurlaub wandernderweise unternehmen wollen – also mit viel GepĂ€ck in unwegsamem GelĂ€nde unterwegs sind. Wer richtiges alpines Wandern mit steilen Wegen ĂŒber Stock und Stein vorhat, greift am besten zu den Bergstiefeln.

2. So sitzt der Wanderschuh richtig

Bevor ihr eure Wanderschuhe richtig einlaufen könnt, muss die GrĂ¶ĂŸe stimmen, allerdings nicht nur in der LĂ€nge, sondern auch in der Breite. Der Knöchelsitz ist ebenfalls sehr wichtig, gerade bei lĂ€ngeren Touren mit unebenen Passagen. Achtet bei der Anprobe von Wanderschuhen auf Folgendes:

FSME Risikogebiete - Informationen✓ Passt euch der Wanderschuh in der LĂ€nge? Er sitzt richtig, wenn eure Zehen Platz haben, ihr euch aber nicht „festkrallen“ mĂŒsst, um Halt zu haben.

✓ DrĂŒckt der Schuh an den Seiten? Dann passt er noch nicht. Hin- und herrutschen solltet ihr aber auch nicht.

✓ Am Knöchel sollten eure Wanderschuhe euch guten Halt geben, aber niemals fies drĂŒcken oder einschneiden. Der Schuh wird sich zwar noch etwas weiten, ihr sollt aber keine Druckstellen davontragen.

Hier noch drei weitere Tipps fĂŒr die perfekte Anprobe eurer Wanderschuhe:
1. Morgens sind eure FĂŒĂŸe meist schlanker als abends. Geht daher am besten nach Feierabend zum Schuhkauf, dann passt der Wanderschuh hinterher besser.
2. SchnĂŒrt eure Schuhe bei der Anprobe komplett zu. Nur so wisst ihr, wie sich der Schuh an eurem Fuß verhĂ€lt. Und ob er richtig passt.
3. Tragt beim Anprobieren eurer Wanderschuhe auf jeden Fall Wandersocken. Erst dann habt ihr das richtige GefĂŒhl fĂŒr euren Schuh!

3. Die Wandersocke ist die halbe Miete

Apropos Wandersocken: Ohne die lĂ€uft nichts, und vor allem nicht ihr! Ähnlich wie die speziellen Socken beim Skifahren oder beim Joggen fangen Wandersocken Druck ab und Schweiß auf, sodass ihr ein optimales Lauf- oder vielmehr WandergefĂŒhl bekommt.
Wandersocken sind dort gepolstert, wo erfahrungsgemĂ€ĂŸ viel Reibung entsteht: an den Zehengrundgelenken und an der Hacke. Unter dem Fuß und an den Zehen sind Wandersocken meist sehr dĂŒnn und so gewebt, dass ihr immer ein möglichst trockenes FußgefĂŒhl habt.
Wandersocken gibt es aus Synthetikmaterial, aber auch aus Naturfasern wie etwa Wolle und aus Mischgeweben. Hier greift ihr am besten zu dem Material, welches euch am meisten zusagt. Die Socken sollten immer so lang sein, dass eure FĂŒĂŸe und Knöchel bedeckt sind. Gerade Schuhe aus Leder könnten sonst reiben.

Nicht nur beim Anprobieren, auch beim Einlaufen eurer Wanderschuhe solltet ihr immer Wandersocken tragen. Denn nur dann merkt ihr, wo die Schuhe drĂŒcken. Und: Manchmal federn die speziellen Socken sogar den Druck ab, den ihr ohne sie verspĂŒren wĂŒrdet.

Doppelt „gesockt“ hĂ€lt besser – viele Wanderer schwören darauf, zwei Paar Wandersocken zu tragen: ein Paar sehr dĂŒnne Socken, das den Schweiß gut transportiert, und ein Paar dickere Socken, das besonders den Knöchel vor Druckstellen schĂŒtzt.

Wanderer erklimmt felsigen Berg
Mit dem richtigen Wanderschuh lĂ€sst sich jedes Hindernis ĂŒberwinden.

4. Gut geschnĂŒrt ist schon gewonnen

Was ihr sonst noch beachten solltet beim Wanderschuhkauf und -einlaufen? SchnĂŒrt die Schuhe immer zu – selbst beim Einlaufen in der Wohnung. SchnĂŒrt sie allerdings nicht von Anfang an zu fest zu, sondern zieht lieber noch einmal nachtrĂ€glich an, wenn ihr eine Weile in euren Schuhen gelaufen seid. Das gilt nicht nur fĂŒr die Zeit des Einlaufens, sondern auch auf dem Wanderweg selbst. Lasst euren FĂŒĂŸen etwas Raum und die Möglichkeit, „warm“ zu werden. In besonders unebenen Gebieten und auf steinigen Pfaden solltet ihr darauf achten, dass ihr vorher noch einmal die SchnĂŒrsenkel festzurrt, um optimalen Halt in euren Wanderschuhen zu finden.

5. Wanderschuhe einlaufen: So geht’s Schritt fĂŒr Schritt

Euer Schuh ist ausgesucht und gekauft? Super. Hier kommt der ultimative Wanderschuhratgeber zum Einlaufen eurer neuen Treter:

  1. Tragt die Wanderschuhe zunÀchst einmal eine Zeitlang in der Wohnung.
  2. Wagt euch im nĂ€chsten Schritt einmal vor die TĂŒr und zieht die Wanderschuhe zum Einlaufen etwa auf der Arbeit an.
  3. Geht in euren Wanderschuhen zum Einkaufen oder tragt sie bei einem schnellen Weg um den Block.
  4. Ihr bekommt am Wochenende Besuch? Perfekt – fĂŒhrt eure Wanderschuhe bei einem gemĂŒtlichen, lĂ€ngeren Spaziergang im Wald oder am Wasser aus.
  5. Eure Wanderschuhe dĂŒrften nun eingelaufen sein, sodass ihr die erste Wanderung antreten könnt. Plant hier eine eher kurze Tour, um wirklich sicherzugehen, dass eure Schuhe bereits gut passen.

6. Wanderschuhe aus Leder einlaufen

Eure Lederschuhe drĂŒcken immer noch? Ihr könntet dann noch den Tauwiesentrick anwenden: Zieht im Morgengrauen eure Wanderschuhe aus Leder an und lauft damit ĂŒber eine Wiese. Der Tau macht sie etwas geschmeidiger. Auch durch PfĂŒtzen oder flache BĂ€che könnt ihr einmal laufen, das erfĂŒllt denselben Zweck. Achtung: Pflegt das Leder nach dem Ausflug ins Wasser, damit das Material wieder weich wird und lange hĂ€lt!
Hilft auch das nichts, könnt ihr mit den Schuhen aus Leder einmal beim Schuhmacher vorbeischauen – der kann mit ein paar Tricks die Wanderschuhe noch mehr weiten.

Er hĂ€lt sich hartnĂ€ckig, dieser Mythos: Wanderschuhe aus Leder lassen sich mit Urin leichter einlaufen. Er stimmt auch! Denn nass lĂ€sst sich Leder eben einfacher dehnen und formen. Wir finden: ziemlich unappetitlich! Und wĂŒrden die Morgentauvariante immer vorziehen!

Frau mit Stöcken beim Wandern im Wald
Wer eine Wandertour plant, sollte auf das richtige Schuhwerk achten.

7. DrĂŒckender Wanderschuh: drei Tipps gegen Blasen

  1. Cremt vor langen Touren eure Zehen und/oder Hacken mit Vaseline ein. Das beugt Blasen vor. Gönnt auch beim Einlaufen eurer Wanderschuhe euren FĂŒĂŸen eine Extraportion Pflege.
  2. Legt beim Wandern ganz bewusst Pausen ein, zieht dann Schuhe und Socken aus und kĂŒhlt sie mit Wasser. Zum Beispiel in einem Gebirgsbach.
  3. Perfekte Vorbereitung fĂŒr eine lange Wandertour: Fußgymnastik. Und barfuß laufen. So gewöhnen sich eure FĂŒĂŸe an die Anstrengung und sind weniger empfindlich.

8. Vorsorge: Denkt an Erste Hilfe

  1. Sollte es doch mal Blasen geben: Nehmt spezielle Blasenpflaster. Die sind gepolstert und schaffen so Linderung.
  2. Zeckenschutz sollte beim Wandern selbstverstĂ€ndlich sein. Da Zecken vor allem in Wiesen und StrĂ€uchern zu finden sind, lassen sich die kleinen Blutsauger besonders gerne auf FĂŒĂŸen und Beinen nieder. Hierbei helfen unter anderem feste Wanderschuhe, das Ziehen der Socken ĂŒber die Hosenbeine sowie Repellents.
  3. Beim Wandern ĂŒber Stock und Stein kann man leicht stolpern! Vergiss daher nicht, ein Erste-Hilfe-Set mit Desinfektionsspray und Verbandsmaterialien mitzunehmen. Hier findet ihr weitere Tipps zum Packen eures Wanderrucksacks.

Zeckenvorsorge Informationsportal - zecken.de