Kajak fahren: Tipps und Tricks für euren neuen Lieblingssport!

Kajak fahren: Was viele als Ausflugsbeschäftigung kennen, wollt ihr als Sport betreiben? Super! Wir geben euch Tipps für den Einstieg – im wahrsten Sinne des Wortes!

Was ist ein Kajak überhaupt?

Schon gewusst?! Kajak fahren hat seinen Ursprung in der Jagd: Die kleinen Boote mit dem grönländischen Namen „Qajaq“ dienten den Inuit, um sich von der Wasserseite her an Beute heranzupirschen. Kajaks sind deshalb sehr wendig gebaut. Früher entstanden sie aus Holz, Walknochen und Tierhäuten, inzwischen bestehen sie aus Fiberglas oder komplett aus Holz. Auch Kajaks zum Aufblasen habt ihr vielleicht schon einmal gesehen.
Wichtig beim Kajak ist, dass ihr fest drinsitzt. Es gibt nur eine Einstiegsluke, der Rest ist geschlossen. Und: Ihr nutzt ein Doppelpaddel, habt also zwei Paddelblätter an eurer Paddelstange.

Kajakfahren in der Natur
Mitten in der Natur sein, mit Paddel und Boot – eine beliebte Freizeitbeschäftigung von Familien.

Kajak oder Kanu – was ist eigentlich was?!

Am Paddel könnt ihr den Unterschied zwischen Kajak und Kanu am besten ausmachen. Kanufahrer nutzen nur einseitige Paddel, auch Stechpaddel genannt. Kajakfahrer eben das Doppelpaddel, bei dem die Paddelblätter im 90-Grad-Winkel zueinander ausgerichtet sind. Die Kajaks sind außerdem sehr viel flacher und schmaler gebaut. Dadurch sind sie weniger schwerfällig als Kanus. Aber: Wenn ihr einen Ausflug mit etwas mehr Gepäck machen wollt, seid ihr mit einem Kanu besser dran. Und: Gerade von Einsteigern sind Kanus besser zu beherrschen.
Kennt ihr die Bezeichnung Kanadier? Das ist ein Kanu, das von den Ureinwohnern Nordamerikas für Jagd und Transport genutzt wurde – und das man meist kniend fährt.

Kajakfahren lernen: 5 ultimative Tipps für Anfänger

Kajakfahren lernen ist nicht allzu schwierig. Kein Wunder, dass ihr auf Seen und Flüssen oft Familien sehen könnt, die gemeinsam paddelnd unterwegs sind. Es gibt allerdings ein paar Tricks, die euch das Kajakfahren erleichtern. Los geht’s:

Must-haves in Sachen Kajak: das richtige Boot und die richtige Ausrüstung für Anfänger

FSME RisikogebieteWichtig für Kajakeinsteiger: das richtige Boot. Gut ist, wenn ihr bei Ausflügen oder einem Schnuppertag im örtlichen Kanuverein einmal unterschiedliche Modelle testen könnt. Auch Outdoor- oder Sportgeschäfte bieten euch die Möglichkeit, die Kajaks Probe zu fahren. Welches das richtige Kajak für euch ist? Das hängt ganz davon ab, was ihr damit so vorhabt. Hier eine Faustregel: Für längere Touren nutzt ihr längere Kajaks mit etwas mehr Stauraum. Für kürzere, actionreichere Abfahrten, zum Beispiel in Wildwasser, solltet ihr euch nach etwas kürzeren, wendigen Kajaks umsehen. Neben dem Boot selbst benötigt ihr folgende Dinge, um eure Kajakausrüstung zu komplettieren:

  • Paddel – die Größe des Paddels hängt von eurer Körpergröße und eurem Paddelvorhaben ab. Lasst euch beim Kauf beraten.
  • Spritzdecke – mit dieser deckt ihr euch und das Kajak ab.
  • Schwimmweste – hier gibt es spezielle Westen für Paddler. Wichtig ist die Bauchfreiheit, damit ihr bequem sitzt, und die Armfreiheit, damit ihr ungehindert paddeln könnt.
  • Helm – diesen benötigt ihr nur, wenn ihr in wilderen Gewässern paddelt.
  • Neoprenanzug – beim Kajakfahren geht’s öfter mal über Bord oder vielmehr in die Eskimorolle. Gönnt euch daher einen Neoprenanzug, dann macht das Paddeln mehr Spaß!

Richtig einsteigen ins Kajak – nicht nur für Einsteiger!

Ins Kajak einzusteigen, ist nicht nur für Anfänger eine Herausforderung. Am einfachsten ist das Einsteigen ins Kajak vom Ufer aus. Dafür schiebt ihr das Kajak mit der vorderen Hälfte ins Wasser. Macht dann einen Schritt über das Boot, sodass es zwischen euren Beinen liegt. Setzt euch hin und stoßt euch mit dem Paddel vom Ufer ab, sodass ihr ins Gewässer rutscht. Euer Kajak ist sehr kratzempfindlich? Dann lasst es ganz zu Wasser, bevor ihr einsteigt. Achtung: Hier dürft ihr keine Angst vor nassen Füßen haben. Ist das Ufer so steil, dass ihr keine seichte Stelle findet, verfahrt ihr, als ob ihr von einem Anleger ins Kajak einsteigen wolltet. Dazu solltet ihr euch zunächst einmal dessen niedrigste Stelle aussuchen. Setzt das Kajak parallel zum Steg ins Wasser. Geht dann in die Hocke und lasst euch langsam ins Boot hinunter. Mit dem Paddel könnt ihr euch stabilisieren, indem ihr es halb auf das Kajak und halb auf das Ufer legt.

Aussteigen aus einem Kajak funktioniert genauso, nur eben rückwärts gedacht. Dieses Video liefert euch ein paar hilfreiche Tipps:

Die Paddeltechnik ist alles

Ihr sitzt in eurem Kajak? Hurra! Dann kann es ja losgehen. Wichtig vorab: Den größten Part übernehmen der Bauch und die Beine. Die Arme solltet ihr beim Paddeln nicht überanstrengen. Ihr merkt: Paddeltechnik ist alles! So paddelt und lenkt ihr richtig:

  • Sitzt beim Paddeln möglichst aufrecht, stemmt euch in die Fußstützen im Boot und beugt die Knie etwas.
  • Greift das Kajakpaddel so, dass eure Ellenbogen etwa in einem 90-Grad-Winkel gebeugt sind und ihr eure Arme in einem 90-Grad-Winkel zum Körper haltet. Die Daumen zeigen zueinander.
  • Mit der rechten Hand packt ihr fest zu, die linke Hand darf etwas entspannter sein.
  • Jetzt geht’s los: Setzt das Paddel rechts ins Wasser, sodass es mit der Breitseite eintaucht. Zieht durch und rotiert den Oberkörper, um den Paddelschlag auf der linken Seite durchzuführen. Ein Tipp: Stellt euch eine liegende Acht vor, die ihr mit den Armen nachfahrt. Nehmt die Füße zu Hilfe, um Druck aufzubauen und schneller zu werden.
  • Taucht ihr das Blatt senkrecht ins Wasser, fahrt ihr geradeaus. Dreht ihr das Blatt, dreht sich das Kajak mit. Das nennt man auch Heckruderschlag. Ihr solltet das Blatt drehen, wenn es schon hinter eurem Körper ist, so lenkt ihr am sanftesten.
  • Ihr könnt das Boot auch lenken, indem ihr die Seite des Kanus ankantet, das heißt: Ihr lasst mit einer Hüftbewegung eine Seite Richtung Wasser kippen und zieht die andere hoch. Dadurch bewegt sich euer Kajak in die Richtung, in die ihr kippt. Nicht ganz einfach, deshalb hier lieber noch ein bisschen üben.
  • Euer Kajak bremst ihr übrigens, indem ihr das Blatt waagerecht und relativ tief ins Wasser haltet. Hier aktiviert ihr eure Armmuskeln, denn je nach Wasserbewegung gelingt das gleich auf Anhieb – oder ihr braucht ein bisschen mehr Power!
Eskimorolle mit dem Kajak
Wenn ihr kentert, könnt ihr euch mit der Eskimorolle wieder nach oben kämpfen – ohne aussteigen zu müssen.

Reingefallen: wie ich wieder ins Kajak komme.

Wenn ihr ohne Spritzschutzdecke fahrt, kann es durchaus mal sein, dass ihr aus dem Kajak fallt. Mit diesen Tipps kommt ihr schnell wieder hinein:

  1. Haltet euer Paddel fest und legt es ins Kajak oder klemmt es daran fest, sodass es nicht wegschwimmen kann.
  2. Schwimmt zum Heck des Kajaks. Nehmt Schwung und zieht euch von der Seite bäuchlings auf euer Boot.
  3. Dreht euch dann in Richtung Bug und schwingt ein Bein über das Boot, sodass ihr nun rittlings draufsitzt.
  4. Zieht euch nun nach vorne.
  5. Schwingt eure Beine nacheinander in den Einstieg und lasst euch hineinrutschen. Jetzt kann eure Kajaktour weitergehen!

Ein Tipp: Bewahrt auf jeden Fall Ruhe. Wenn ihr viel strampelt oder wackelt, werdet ihr eher wieder hineinfallen.

Und was bedeutet nun diese Eskimorolle?!

Wer Kajakfahren lernt und eine Spritzdecke in seinem Kajak nutzt, sollte die Eskimorolle beherrschen. Damit könnt ihr euch wieder nach oben kämpfen, wenn ihr einmal kentert. Und das, ohne aussteigen zu müssen. So könnt ihr sie lernen:

  1. Übt zunächst einmal ohne Kajak verschiedene Drehungen im und unter Wasser.
  2. Probiert das Fallen und Wieder-aufrecht-Hinsetzen im Kajak – am besten mit einem Partner und an einer ruhigen Stelle im Wasser. Lasst euch auf eine Seite kippen, sodass euer Boot kentert. Zieht euch mit Hüft- und Bauchmuckis wieder nach oben, und zwar in die Richtung, aus der ihr kommt. Übt das mit und ohne Paddel.
  3. Nun kommt die Rolle: Kippt euer Kajak seitlich um – ihr sitzt jetzt natürlich drin! – und dreht euch unter Wasser, sodass ihr auf der anderen Seite herauskommen müsstet. Mit Kraulbewegungen oder mithilfe eures Paddels und den trainierten Hüft- und Bauchmuskeln kommt ihr wieder hoch. Übt die Eskimorolle immer wieder unter perfekten Bedingungen. So verliert ihr die Angst vor dem Festklemmen im Kajak und könnt auch in schwierigeren Gewässern ganz einfach wieder aufstehen!

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